Beauty&Health

Haare waschen mit Roggenmehl?! – No-POO

Durch meine Mutter und einer Freundin habe ich von diesem Trend erfahren und wollte ihn auch mal ausprobieren. Sich die Haare mit Roggenmehl waschen ist eine Ausführung des NO-POOs. Dabei geht es hier natürlich um das “poo” von ShamPOO. Dabei wäscht man sich die Haare nicht mit dem Shampoo, welches man in den Drogeriemärkten kaufen kann. Es gibt einige verschieden Arten NO-POO ausführen, hier schreibe ich allerdings nur vom Haare waschen mit Roggenmehl.

Laut Gerüchten sind Hollywood-Stars wie die Olsen Zwillinge, Adele, Robert Pattinson und Prince Harry Anhänger des NO-POO Trends und wenn man sich deren Haare anschaut, sehen diese alles andere als ungewaschen oder ungepflegt aus, also muss an diesem Trend ja auf jeden Fall etwas dran sein.

Warum Roggenmehl?

Roggenmehl zählt dabei zu den wenigen Mehlsorten, mit denen man sich die Haare waschen kann. Mit Weizenmehl funktioniert es nicht, da hier der Gluten- und Stärkenteil viel höher ist, welches dazu führt, dass man einen Klumpen in den Haare hätte, welchen man nur sehr schlecht rauswaschen könnte. Mt Roggenmehl klappt das Haare waschen so gut, da es reich an Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren ist. Beispielsweise enthält Roggenmehl das Vitamin B5, Pantothensäure gennant. Dieses wirkt entzündungshemmend, regenerierend, feuchtigkeitsbindend, wundheilend und glättend. Außerdem besitzt Roggenmehl einen pH-Wert von 5,5 – genauso wie unsere Kopfhaut. Es ist also gut für empfindliche Kopfhaut geeignet und dient dem Haar gleichzeitig als eine Art Kur – aber ohne die Längen und Spitzen zu belasten. Roggenmehl soll auch dazu führen, dass die Haare weniger nachfetten, also weniger Serum produzieren und sich somit der Waschzyklus verlängert. Serum ist der Talg, welcher die Kopfhaut produziert. Allerdings geschieht das erst nach einer Umgewöhnungszeit, die 3 – 10 Wochen dauern kann. Desweiteren kann man Roggenmehl gut verwenden, da es in Deutschland angebaut wird und nicht erst einmal um die halbe Welt reisen muss, bis es bei uns in den Badezimmern landet. Das Roggenmehl sollte dabei im besten Fall Bio-Qualität haben, mit Roggenvollkornmehl klappt es natürlich auch. Ich persönlich habe das Roggenvollkornmehl aus dm.

Da meine Haare sehr schnell nachfetten und auch irgendwie kaputt aussehen, habe ich mir gedacht, dass ich das mal ausprobieren werde. Falls es mir nicht gefällt, kann ich ja wieder auf herkömmliches Shampoo zurückgreifen.

Und wie funktioniert das jetzt?

Für die Mischung braucht man nur Roggenmehl und lauwarmes Wasser. Ich lasse das Wass er also immer warm laufen und fülle dann etwas in eine Plastikschüssel. Eine genaue Angabe kann ich leider nicht geben, ich mache das nach Gefühl. In anderen Blogs habe ich aber gelesen, dass sie eine Menge von zwischen 100ml bis 400ml verwenden. Ich würde meine Menge auf ca. 100ml – 200ml schätzen. Das muss aber jeder für sich selbst ausprobieren.Dann nehme ich mir mein Mehl und gebe erst einmal einen Esslöffel dazu und verrühre das mit einer Gabel. Danach gebe ich nochmals einen Löffel dazu und verrühre es ebenfalls. Jetzt gebe ich noch mal ein ca. 50ml Wasser dazu. Meistens gebe ich dann noch mindestens einen halben Löffel dazu. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass so weniger Klümpchen entstehen. Für meine brustlangen Haare reicht diese Menge vollkommen aus. Jetzt verrühre ich es etwas länger, bis nicht mehr so viele Klümpchen da sind. Die Konsistenz dieses Gemischs ist bei mir am Ende dann gelartig, wie Shampoo aus der Drogerie auch. Das Gemisch lasse ich nun ca. 20 Minuten stehen. So sind am Ende weniger Klümpchen drin und gleichzeitig haben sich die Lipide und die Omega-3-Fettsäuren gelöst. So wird das Haar besser gepflegt, allerdings ist jetzt die reine Waschkraft nicht mehr ganz so hoch wie zu Beginn. Ich mag es so lieber, das kann aber jeder so machen, wie er möchte. Man braucht von dem Roggenmehl-Shampoo etwas mehr als von normalen Shampoo. Unter der Dusche kann man das Roggenmehl wie herkömmliches Shampoo benutzen, allerdings würde ich die Haare in mehrere Partien einteilen und das Roggenmehl-Shampoo dann auf die Kopfhaut auftragen und es ordentlich einmassieren. Das hat einen schönen Nebeneffekt der Kopfmassage. Danach muss das alles einwirken. In dieser Zeit kümmere ich mich um den Rest meines Körpers. Das Roggenmehl-Shampoo spüle ich dann mit warmen Wasser gründlich aus, schließlich will ich ja keine Mehlreste in meinen Haaren haben. Zum Schluss brause ich meine Haare und meinen Kopf mit kaltem Wasser aus, damit sich die Poren wieder schließen, die sich unter dem warmen Wasser geöffnet haben, und so die Sebumproduktion langsamer voran geht. Man kann jetzt zusätzlich noch eine saure Rinse benutzen. Diese ist vor allem bei hartem, kalkhaltigem Wasser zu empfehlen, da die Haare sonst sehr stumpf aussehen. Dazu gibt man auf einen Liter Wasser ca. einen Esslöffel Apfelessig oder Zitronensäure dazu. Dieses wird dann vermischt und einfach über die Haare gekippt, ein paar Sekunden einwirken lassen und wieder abspülen. Dadurch werden die Haare ganz weich und glänzend. Der Essiggeruch verfliegt, wenn die Haare trocken sind. Wer möchte, kann sich aber auch noch ätherische Düfte in die saure Rinse mischen.

Man braucht also nur folgende Dinge, um sich die Haare mit Roggenmehl zu waschen:

  • eine Plastikschüssel
  • Gabel und Löffel
  • Roggenmehl
  • Apfelessig / Zitronensäure
  • nach belieben ätherische Öle

Das sind alles Dinge, die eigentlich fast jeder im Haushalt hat und es ist auch nicht teuer, falls man sich etwas davon kaufen muss.

Meine Meinung

Ich hatte zu Beginn starke Zweifel daran, ob das Roggenmehl meine Haare wirklich sauber machen würde und mir war es wirklich sehr suspekt, sich zum sauber machen im Prinzip Teig in die Haare zu schmieren. Als ich nach der ersten Roggenmehl-Wäsche aus der Dusche kam, fühlten sich meine Haare direkt weicher und anders an, leichter irgendwie. Das Kämmen hat auch viel besser geklappt als davor. Als meine Haare dann trocken waren, was im Übrigen auch schneller ging, war ich sehr beeindruckt davon, dass sie wirklich sauber geworden sind und sie fühlten sich immer noch weicher und leichter an. Auch meine Angst davor, dass meine Haare nach Mehl riechen würden, war völlig unbegründet. Meine Haare riechen einfach nur nach Haaren. Nach ca. 5 Wochen fingen meine Haare dann auch an weniger zu fetten. Früher musste ich mir jeden Tag meine Haare waschen, jetzt nur noch jeden 2. Tag. Mir wurde auch schon von Freunden gesagt, dass meine Haare gesünder aussehen und eine etwas andere Nuance in der Farbe haben. Außerdem ist es im Vergleich zu den Shampoos in der Drogerie günstiger und auf jeden Fall umfreundlicher.

Okay, das war jetzt eindeutig ein sehr langer Eintrag, ich hoffe, dass ihr ihn trotzdem bis zum Ende gelesen habt.

Ich wünsche jedem noch einen wunderschönen Tag 🙂

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10 thoughts on “Haare waschen mit Roggenmehl?! – No-POO

  1. Ein toller und sehr informativer Beitrag, der auch sehr gut geschrieben ist! Ich bin bei so Sachen irgendwie immer relativ skeptisch eingestellt, aber durch den Artikel bin ich nun auch versucht es einmal auszuprobieren, auch wenn es in der Vorbereitung mehr Zeit kostet als schnell das Shampoo aus der Flasche drücken.
    Liebe Grüße 🙂

    1. Schön, dass es dir gefällt 🙂
      Ja, es ist in der Tat wirklich zeitaufwendiger, aber mit der Zeit verlängern sich ja die Waschabstände und dann ist es wieder ausgeglichen. Und vor allem umweltfreundlicher, da nicht so viel Plastik verbraucht wird.
      Falls du es auch ausprobierst, würde ich mich sehr freuen, deine Erfahrung mitzubekommen 🙂

  2. Mich würde interessieren, was für eine Naturhaarfarbe du hast & wie sie so sind (lockig,glatt, splissanfällig). 🙂

    Ich bin solchen Urmethoden, wie ich sie gerne nenne, immer ein bisschen kritisch eingestellt.

    Nichts gegen dich, aber:
    Ich hab halt nur bemerkt, dass solche Experimente immer Leute machen, die eigentlich relativ gesunde Haare haben, die nur durch übermäßigem Styling und Waschen geschädigt wurden, & meist auch noch das falsche Shampoo und stylingprodukt benutzt haben.
    Wenn Sie dann auf einmal auf ihre Haare achten, ist es klar, dass sie dann besser/gesünder etc aussehen.

    Wenn man die richtigen Produkte auswählt und darauf achtet, dass sie möglichst wenige/ keine Silikone enthalten, kommt man eigentlich auf denselben weg. Denn wenn man ehrlich ist, wer hat wirklich Zeit, sich jedes Mal was anzumischen? Ich nicht.

    Ich habe eine Zeit lang herumexperimentiert & schließlich meine Marke gefunden. Inzwischen muss ich mir nur noch 2x die Woche die Haare waschen & kombiniere das 1x in Monat mit einer Feuchtigkeitsmaske (im Winter alle 2 Wochen). Und das ganz ohne irgendwelche Experimente zu machen ☺.

    Dennoch finde ich das ein schöner Artikel, den ich jedem, der auf der Suche nach Alternativen ist, empfehlen würde.

    1. Also meine Naturhaarfarbe ist blond. Ich habe vorher schon Artikel ohne Silikone benutzt und alles möglich ausprobiert, aber meine Haare wurden einfach nicht weniger fettig und es hat einfach nur noch genervt. Dann habe ich das mit dem Roggenmehl einfach mal ausprobiert und es hat funktioniert 🙂 und das mit dem Mischen geht bei mir, weil es doch gar nicht so lange dauert und ich abends dusche. Etwas doof ist es halt nur, wenn man woanders duscht. Finde es aber gut, dass du so kritisch bist 🙂
      Und trotzdem danke für deinen langen Kommentar 🙂

      1. Ich misch mir immer meine Maske für ca. 10 Anwendungen oder so an, weil mir das viel zu lästig ist 🙈

        Noch ein Punkt ist, dass ich meine Haare echt morgens waschen muss. Wenn ich das abends mache, sind die nie am nächsten Morgen trocken

      2. Ja okay, da kommt das jetzt wieder auf die Haarstruktur an. Das geht dann bei dir einfach nicht anders, aber das ist ja auch nicht schlimm. Solange du eine Lösung gefunden hast, die für dich passt, dann ist ja alles super 🙂

  3. Seit einigen Monaten bin ich schon am überlegen ob ich das Roggenmehl als Shampooersatz nehmen soll. Oft habe ich das Problem, dass meine empfindliche Kopfhaut schnell anfängt zu jucken. Dein Beitrag finde ich sehr hilfreich dabei! ich kenne dein Problem von fettigen Haaren nur zu gut.. bei mir kommen noch die ständigen Knoten dazu. Es ist jeden Tag ein Kampf 😀
    Ich werde es in den nächsten Tagen mal wagen!

    Liebe Grüße,
    Anna 🙂

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